Mittwoch, 4. Januar 2012

Ma Deuce AEG!

So der erste Post stellt sogleich auch mein, bisher umfangreichstes, Projekt vor:

Das Browning M2HB .cal 50 als AEG.

Gebaut habe ich an speziell diesem Model von ca. erstes Quartal 2009 bis zur endgültigen Vollendung Mitte 2010. Natürlich nicht durchgängig und, wenn dann, meistens nur am Wochenende bzw. idR nur Freitag/Samstag.
So gut wie alle Teile sind "built from scratch" - also eigens Entwickelt und Hergestellt. Eingebaut wurden dann schlussendlich Airsoft Komponenten um diesem "Objekt" wenigstens ein bischen Leben einzuhauchen.

Das Review könnte sicherlich umfangreicher und sicher auch besser dokumentiert sein, allerdings habe ich das Projekt zum Zeitpunkt der Entstehung vorwiegend für mich selbst realisiert und, ehrlicherweise, primär mit dem Stück bzw meiner Geduld selbst zu kämpfen gehabt, als das ich noch Motivation für Bilder entwickeln konnte. Das Ganze soll keine trockne Auflistung an technischen Eigenschaften, sondern ist eher eine subjektive Entstehungsgeschichte. Diese mag kurz ausgefallen sein aber die für mich beschreibt sie einfach die wichtigsten Punkte und sicherlich auch meine Lösungen (oder zumindest Denkansätze) für die interresantesten Probleme und technischen Hürden bei der Realisierung eines solchen Projektes.

Vorgeschichte:
Die Vorgeschichte für den Bau des M2HB ist schnell erzählt. Nachdem ich einen Handwerklichen Beruf gelernt hatte und die Möglichkeiten auch nebenbei das ein oder andere Teil selbst herzustellen kombiniert mit etwas Langeweile brachten mich eines Tages darauf mal eine Grosse Waffe als Replik nachzubauen. Im Prinzip fing alles schon etwas früher mit dem Bau einer Replika einer anderen bekannten .50cal Waffe an: dem M82. Damals war es einfach der Mangel an Möglichkeiten (sprich Geld) sich ein Airsoft M82 anzuschaffen. Mir ging es auch weniger um die Schussfähigkeit (die man mit einer AS meiner Meinung nach sowieso nicht wirklich "simulieren" kann) sondern einfach mehr um das Gewehr an sich. Das Build from scratch M82 wurde also gebaut und später wieder verkauft. Zum einen war ich nicht 100%zig zufrieden zum anderen benötigte ich (wieder mal) Geld. Für einen mehr oder weniger guten Erlös ging das M82 bei eGun über den Tisch. Ich bereue den Verkauf trotzdem. Bis heute. Falls der aktuelle Besitzer mitlist, wieviel wollen sie haben :D ?


Ein paar Jahre später saß ich wieder einmal allein vor (m)einem CAD-PC und fing aus purer Langeweile an Teile für ein M240 Replik zu entwickeln. Nachdem ich später las, dass es wohl irgendwann ein M240 Airsoft-Modell geben sollte, wurde aus dem M240 ein M2HB. Diese Waffe war imposanter als meine frühere M82, auch eine .50cal (wenn nicht DIE .50cal) welche wohl irgendwie eine Wirkung auf mich haben :) und längerfristig war keine (serienmässige) AS-Version des M2HB zu erwarten. Ich fing an erste Teile in CAD zu zeichnen wurde aber dann jä durch meinen damaligen Wehrdienst unterbrochen und das Projekt viel, wie so oft, in einen tiefen Winterschlaf. Den Wehrdienst und ein paar Jahre später entdeckte ich die "alten" Teile wieder und wendete mich wieder der Entwicklung des M2 zu. Da, wieder einmal, der schnöde Momonn lockte, plante ich (nachdem ich die lukrativ endende Auktion eines anderen Deko M2HB´s auf eGun beobachtet hatte) das M2 gleich in einer Kleinserie zu produzieren um diese dann samt passenden Tripos eben dort zu verkaufen. Dementsprechend schnell arbeitete ich an
Verwirklichung des M2´s weiter. Damals machte ich mir noch keine Gedanken die ganze Sache einmal schussfähig zu gestalten. Nachdem ich die M2´s fertiggestellt hatte (mitlerweile war wieder fast ein dreiviertel Jahr vergangen) verkauften diese sich bei eGun wie geschnitten Brot. Eine zweite Auflage mit kleinen technischen Änderungen folgte und diesmal plante ich auch ein M2 für mich selbst zu bauen. Der Impuls es letztendlich mit Airsoft-Komponenten schussfähig machen kam weniger von mir selbst als viel mehr von meinen Teamfreunden, da ich mich streubte ein M2HB nur als unter 0,5J (um den gesetzlichen Bestimmungen Rechnung zu tragen) Airsoft-Version auszuführen! Nachdem aber Bilder von einem, von mir verkauften M2 Replika, mehr schlecht als recht zu AS-M2´s umfunktioniert, in den einschlägigen Plattformen auftauchten und da auch grosse Aufmerksamkeit erregten war mein Ehrgeiz geweckt. Da ich selbst ja alle Möglichkeiten hatte bereits das Gehäuse in seiner Herstellung auf den Einbau von Airsoftkomponenten wie Gearbox, Lauf, Akku usw auszulegen, fing ich also an mir in die entsprechende Richtung Gedanken zu machen!

Entwicklung:
Als die mehr oder wenige Grösste Herausforderung empfand ich von Anfang an eine funktionierende Zuführung der BB´s zur Hop Up Unit bzw dem Lauf. Zum einen wollte ich den Lauf von Anfang an aufgrund der Grösse und der damit einhergehenden mangelnden Transportmöglichkeit des M2´s, demontierbar vom Gehäuse gestalten. Dadurch entstand genau an der Schnittstelle zwischen Geabox (Nozzle) und dem Lauf (HU Unit) ein sensibler Bereich in dem ich irgendwie auch noch BB´s zuführen musste ohne die HU-Unit dauerhaft mit dem BB-Schlauch o.Ä. verbinden zu können. Aufgrund anderer Alternativen lief es zum Anderen ldarauf hinaus die BB Versorgung und den Vorrat extern zu verlegen. Da das M2, auf dem Tripod lafettiert, ein paar cm über dem Boden angebracht war und eben auch schwenkbar ausgelegt sein sollte musste ich mir Gedanken machen, wie ich die BB´s störungsfrei zum M2 Barrel befördern sollte.
Zum einen musste immer ein gewisser Druck auf die BB´s anliegen, zum anderen musste auch ein stattlicher Vorrat an Munition vorhanden sein um nicht ständig  irgendwie störend auf den Zuführungsprozess einzuwirken um irgendwie die Magazinfeder (ähnl. wie bei High Caps) zu spannen oder neue BB´s zu laden!
Die Lösung fande ich in der Anwendung der CA/A&K Type M249 Boxmags mit Soundcontrol. Diese Magazine funktionieren relativ Idiotensicher selbstständig und haben Platz für ca 5000 BB´s. Somit waren 50% des Problemes gelöst. Theoretisch musste nur der die Zuführung vom Magazin zum M2 etwas verlängert werden und auch das Mikrofon für die Sound-Steuerung musste irgendwo im M2 untergebracht werden. Bis dato bot sich natürlich auch an gleich eine M249 Gearbox als Antrieb zu verwenden. Die Bauform passt theoretisch gut ins Gehäuse und die HU Unit ergänzt sich mit der Gearbox perfekt und ist sehr robust ausgeführt. Allerdings ist die M249 GB auch relativ klobig und auch die seitliche Zuführungsweise der M249 HU Unit gefiel mir nicht besonders da es das Problem mit der Munitionsversorgung nicht unbedingt erleichterte. Ausserdem war selbst ein A&K M249 nicht unter 250€ zu bekommen! Eher gelegen kamen mir die kleinen GB´s aus den verschiedenen M14 Varianten oder der P90. So kaufte ich kurzerhand nach Sichtung eines guten Angebotes ein angeblich defektes Cyma M14 für 60€. Die Gearboxform der M14 war bestens geeignet. Der Aufbau ist sehr kompakt und der Motor steht fast 180° zum Piston bzw Cylinder was der GB eine sehr geringe Bauhöhe beschert und diese somit locker in das M2HB-Gehäuse passt! Auch die insgesamt geringe Grösse brachte mir wesentlich mehr Freiheit die GB im Gehäuse zu positionieren ein. Da ich keine zusätzlichen Löcher oder andere Modifikationen zu meinen bewährten Gehäuseteile einbringen wollte konstruierte ich stattdessen einen Hilfsrahmen um die GB aufzunehmen und innerhalb des Gehäuses zu fixieren. Der Rahmen wird dann über mehrere Schrauben an nur einem Teil des Gehäuses, nämlich des hinteren Bodens, aufgenommen. Der Rahmen selbst ist aus Edelstahl ausgeführt und mit der GB über zwei Gewindebolzen montiert. Mehrere Schrauben fixieren die GB dann noch von aussen um diese mittig auszurichten.



Dargestellte Postion des Rahmens samt GB im Gehäuse.

Um den Trigger der GB zu umgehen, der im M2HB nicht mehr in seiner ursprünglichen Form nutzbar ist, wurde dieser Einfach überbrückt. Zum auslösen der GB wird der Motor einfach direkt, unabhängig von der Switch Assembly, über einen simplen Taster angesteuert. Da das M2HB sowieso ausschliesslich Full Auto schiesst war dies der unkomplizierteste Weg. Als Lauf wird gleich der des M14 verwendet. Dieser ist zwar nicht sonderlich lang, jedoch ausreichend für eine 0,5er. Im Rahmen für die Gearbox sind gleichzeitig eine Aufnahme für eine Einstellschraube für das Hop Up welches beim M14 (und M2) von unten eingestellt wird und ein Bohrung für den Schlauch, welcher die BB´s zur HU Unit befördert. Als Schlauch benutzte ich simplen Silikonschlauch welcher zB in Labor und/oder Destilationvorrichtungen zum Einsatz kommt. Dieser wurde einfach über die Federartigen Flexschläuche des M249 Boxmags gestülpt, welches dann "im Einsatz" direkt unter dem M2 stand, nachdem ich von diesem die ursprüngliche, für das M249, gedachte Aufnahme entfernt hatte. Ein erster Versuch mit der Zuführung zeigte aber, dass der Silikonschlauch selbst einen hohen Reibungswiderstand gegenüber den polierten BB´s entwickelt, welcher sich nur mit dem Einsatz von Silikonspray regulieren liess. Der Schlauch führt dann direkt vom Boxmag zur Hop Up Unit und wird dann in einer dafür vorgesehenen Bohrung, in der auch das Gewinde für eine Einstellschraube für die Hop Up Unit eingebracht war, befestigt.


Die Positionierung des Mikrofons um die Soundsteuerung zu aktivieren erwies sich da schon, unerwarteter Weise, als schwieriger nach einer langen Probierphase und unzähligen Positionen rund um HU Unit und Gearbox sprach die Soundcontroll nur an der Rückseite der GB auf Höhe des Cylinders an. Dort befindet sich ein kleines Loch aus dem überschüssige Luft aus dem Cylinder und/oder der Gearbox ausströmt. Der Luftstrom bläst direkt auf das Mikrofon und kurbelt die Zuführung nun zuverlässig an. Als weiteres Problem erwies sich die Fixierung des kleinen Mikrofons. Eine feste Verbindung zur GB wollte ich vermeiden für den Fall, dass die GB zu Wartungs und Reperaturzwecken einmal demontiert werden musste. Da schon die Anbindung von GB zum Taster an der Rückwand des M2´s per Stecker ausgeführt ist und die GB mit samt Rahmen recht problemlos ohne viel Aufwand aus dem M2 zu bauen ist war das keine Option. Auch hätte Kleber oder Powerknete, welche ich zunächste bevorzugte, um den Stecker über den Rahmen zu fixieren und das Mikrofon auf höhe des Loches der GB zu halten wohl nicht lange funktioniert. Durch die Vibration beim Laufen der GB wäre wohl irgendwann das Mikrofon aus der Position gerückt oder sogar der Kleber oder die Powerknete hätte sich wohl irgendwann gelöst. Letzendlich habe ich das Mikrofon mit einen Kabelbinder fixiert. Das ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, da auch dieser durch die Vibrationen der GB sich eventuell lockern kann aber wie Viele wissen halten Provisorien letztendlich am längsten :) . Nach einem einem ersten Feldtest des M2 um mögliche praktische Nachteile beim Aufbau und Inbetriebnahme bzw beim Benutzen im Feld festzustellen zeigte sich, dass die Funktion der Zuführung noch nicht zufriedenstellend funktionierte. Da ich schon beim Bau des M2 erkannte, dass der benutzte Silikonschlauch nicht der Weisheit letzter Schluss war, überraschte mich das ersteinmal nicht. Trotzdem Einsatz von viel Silikonspay (auch zwischendurch - und dafür musste ich jedesmal den Lauf demontieren und/oder das Boxmag abklemmen um in den Schlauch zu spüren) riess der Schmierfilm nach ein paar hundert Schuss (und die hat man schnell verschossen) immer ab und die BB´s blieben einfach stecken und klemmten dann auch Teilweise. Ausserdem gefiel mir der Gedanke nicht die BB´s selbst vorher etwas mit Silikonspay zu behandeln da mit diesem Silikonfilm an den BB´s die Klemmung in der Hop Up Unit und die Funkion des HU-Rubbers selbst wohl leiden würde. Es ging zwar nicht zurück ans Reisbrett, aber nach längeren Überlegungen wollte ich die Zuführung nochmal etwas überarbeiten. Ich wollte nicht allzuviel am theoretischen Aufbau abändern. Ich bin zwar nicht 100% mit der Position des Boxmag, direkt under dem M2, zufrieden. Etwas versteckter, zB in der .50er Munkiste, wäre besser. Aber Priorität hat für mich erstmal die Zuverlässige Schussfunktion und unter der Dreibeinbasis wirkt das Boxmag auch nicht so aufdringlich. Der Vorteil ist halt das die Länge des Schlauches vom Mag zum M2 in den Lauf dadurch der kurzmöglichste bei einer externen Lösung ist! Ich verzichtete seitdem vollständig auf Silikonschlauch als Leitung für die BB´s. Da am Boxmag auch ein Stück des Kabels für die Soundcontroll in ca 10cm des identischen Flexschlauches steckt, durch den auch die BB´s auf der anderen Seite geführt werden entfernte ich dieses Stück einfach und ersetze damit den Silikonschlauch am M2. Beide Stück Flexschlauch werden nun nur noch über einen kurzen Silikonschlauch mitteinander Verbunden. Die BB´s flutschen nun absolut Reibungsfrei durch den Flexschlauch. Zeitgleich verkürzte ich den Leitungsweg insgesamt noch um ein paar cm. Ich hatte ursp. etwas mehr Schlauch eingeplant um das M2 auch einen gewissen schwenkbereich über dem Boxmag einzuräumen. Es stellte sich aber heraus, das nicht soviel Schwenkbereich praktisch nötig war wie ausgedacht. Zudem ist der Flexschlauch durch seine Federbauweise wesentlich Flexibler und Streckbarer, ohne dabei negativen Einfluss auf die BB´s im Schlauch zu haben.

MfG Oxy

Gallerie:









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